Chlorgasaustritt am Freibad
Schüttorf, Graf. Bentheim, 22.05.2011
Am frühen Morgen kommt es in Schüttorf zum Ernstfall. Gegen 07:00 h löst am Freibad an der Graf-Egbert-Straße die Warneinrichtung für Chlorgas aus. Der zuständige Mitarbeiter konnte mit Hilfe eines Messgerätes eine erhöhte Konzentration im Bereich der Anlage feststellen. Er zog sich umgehend zurück und alarmierte die Feuerwehr. Um 07:08 h löste daraufhin die Alarmschleife für den Schüttorfer Gefahrgutzug aus. Der Bereich rund um das Freiband weiträumig zunächst abgesperrt. Ein erster Angriffstrupp rüstete sich mit CSA aus und nahm erneute Messungen rund um das Gebäude vor. Die Vermutung, dass im Inneren der Anlage eine Leckage der Chlorgasflaschen vorliegen musste bestätigten sich. Weitere Fahrzeuge des Grafschafter ABC-Zuges aus Nordhorn und Gildehaus wurden hinzugezogen. Gleichzeitig wurde die Alarmstufe in Schüttorf auf GG3 erhöht. Zum Schutz der Einsatzkräfte wurden zwei Rettungswagen hinzugezogen. Zusätzlichen wurde der Wasserwerfer des TLF 24/50 in Stellung gebracht. Mit Hilfe einer großflächigen Vernebelung mit Wasser hätte dadurch eine Ausbreitung des Chlorgases eingedämmt werden können. Währenddessen baute die Besatzung des GW-Dekon-P eine Dekontaminationsstelle für die zurückkommenden Trupps auf. Da die Chlorgasflaschen nach der Auslösung der Alarmeinrichtung automatisch mit Wasser beaufschlagt werden und es dadurch zu einer Reaktion kam, die Salzsäure entstehen lässt, sank die Gefahr für die Umgebung. Die Einsatzstelle wurde anschließend belüftet. Der Einsatz dauert insgesamt vier Stunden. Von der Ortsfeuerwehr Schüttorf waren insgesamt 42 Einsatzkräfte mit 13 Fahrzeugen im Einsatz. Um kurz nach 12:00 h wurde der Ortsbrandmeister Jörg Böttick telefonisch durch die Umweltgruppe der Polizei informiert, dass die Messwerte im Freibad erneut überhöht seien. Da genau zu diesem Zeitpunkt die Feierlichkeiten zur Einweihung Mevlana-Platzes statt fanden, musste mit großer Vorsicht vorgegangen werden, da sich viele Menschen in diesem Bereich aufhielten. Eine Spezialfirma wurde an die Einsatzstelle beordert, die die leckgeschlagene Flasche entsorgen sollte. Um das Risiko einer möglichen Ausbreitung einer Chlorgaswolke in Richtung Graf-Egbert-Straße und Innenstadt während der Bergung zu minimieren, wurde ein Wasserwerfer in Stellung bebracht. Nachdem die Flasche sichergestellt und durch die Spezialfirma abtransportiert werden konnte, stellte ein Messtrupp einen extrem hohen Säuregehalt im Wasserreservoir des Kellers der Anlage fest. Die Übersäuerung der knapp 40 Kubikmeter Wasser war auf eine Kontaminierung mit dem Chlorgas zurückzuführen. Um die Flüssigkeit wieder zu neutralisieren mussten größere Mengen Wasser mit einem neutralen PH-Wert und eine Natronlauge eingesetzt werden. Erst dann konnte das Wasser an die Kläranlage abgelassen werden.
Text:
Simon Woltmann
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